Verhandeln auf dem Flohmarkt

Da viele Reseller ihren Weg auf dem Flohmarkt beginnen, und auch im Social Media Bereich das Thema Flohmarkt immer eine große Rolle beim Reselling spielt, zeigen wir euch in diesem Beitrag wie ihr am besten auf dem Flohmarkt verhandelt.
Es gibt einige Tricks welche man nutzen kann um einen besseren Preis zu erhalten und somit einen besseren Deal für sein Reselling Business oder auf für den privaten Geldbeutel bekommt.

Da die Flohmarkt-Saison bald wieder beginnt, wird dieses Thema immer wichtiger.

Sehr viele scheuen sich vor dem Verhandeln und schämen sich förmlich davor. Dabei ist verhandeln auf dem Flohmarkt ein ganz typischer Aspekt, welcher auch zur Atmosphäre des Flohmarktes beiträgt. Oftmals sind alt eingesessene Flohmarktverkäufer von kleineren Dorfflohmärkten enttäuscht wenn nicht verhandelt wird.

Das Verhandeln hat mehrere Vorteile. Es dient nicht nur zum Drücken des Einkaufspreises, sondern lockert oftmals auch das Miteinander und bricht das Eis zwischen den zwei Parteien. Man kommt durch das Verhandeln ganz einfach ins Gespräch und bekommt somit die Möglichkeit, sich ein wenig mit dem Verkäufer zu unterhalten. Dadurch entstehen meistens Kontakte, durch die man weitere Sachen nach denen man auf der Suche ist angeboten bekommt.

Beispielsweise habe Ich letztes Jahr eine N64 Konsole auf einem Flohmarkt gefunden. Die Verkäuferin war eine alte Dame, welche die restlichen Sachen Ihres Sohnes verkaufte. Dazu gab es ein paar Spiele sowie einen Controller. Allerdings lag mein Hauptfokus auf der Konsole, da mir eine in dieser Farbe (Ice Blue) noch fehlte.
Sie wollte anfangs 35€ für die Konsole. Der Preis war eigentlich schon recht gut, dennoch fragte Ich höflich, ob man noch was am Preis machen könne. Daraufhin hat sie gefragt, was Ich mir denn vorgestellt habe. Ich sagte 25€ und Sie kam mir mit 30€ entgegen.
Abschließend bot Ich Ihr an, dass Sie Ihre 35€ bekäme, wenn Sie mir die restlichen Spiele sowie den Controller und noch ein kleines Lego Set dazu geben würde. Sie fand das Angebot fair und beide waren glücklich.

Nachdem der Kauf abgeschlossen war, fragte Ich ob Sie noch mehr Videospiele und Konsolen zuhause habe. Sie erzählte mir darauf hin, dass Sie noch weitere Spiele zuhause habe von Ihrem Sohn, diese aber nicht dabei habe, da Sie die noch nicht sauber gemacht hatte. Ich bot Ihr direkt an am selben Tag noch vorbei zu kommen und diese abzuholen. Sie war froh, dass Sie jemanden fand der alles auf einmal nimmt. Und so habe Ich noch knapp 30 Spiele für die N64 für knapp 50€ ergattern können. Ein wahrer Kellerfund.

Gegenangebote

Versucht dem Verkäufer ein faires Gegenangebot zu machen. Es darf nicht zu niedrig sein, damit Ihr den Verkäufer nicht verärgert. Andererseits darf es ebenfalls nicht zu hoch sein, damit ihr dennoch einen guten Rabatt erhaltet. Wir peilen immer einen Preisnachlass von 20% an. Versucht bei eurem ersten Gegenangebot einen Preis zu nennen, welcher 30-35% unter der Vorstellung des Verkäufers ist. Das gibt euch die Chance, dass der Verkäufer direkt einwilligt oder euch ein Angebot macht, welches schon viel näher an eurer Vorstellung ist. Somit habt ihr danach die Möglichkeit ein weiteres Gegenangebot zu machen, welches genau in der Mitte von euren beiden Vorschlägen liegt. Die meisten Verkäufer willigen an diesem Punkt ein.

 

Bundles

Sollte es euch nicht gelingen den Preis des Artikels durch verhandeln zu drücken, dann versucht einen guten Gesamtpreis zu erhalten indem ihr mehrere Artikel des Verkäufers kaufen wollt. (Nur so lange er auch weitere interessante Artikel da hat)

Somit kann man wie in meinem Beispiel oben einen guten Gesamtpreis erzielen und bekommt mehr Ware. Im Idealfall will der Verkäufer alles was z.B. zu einer Spielekonsole dazu gehört auf einmal loswerden. Dort könnt Ihr ideal bundlen.

 

Euer Auftritt

Ein freundliches und höfliches Auftreten ist für viele Verkäufer ein ausschlaggebender Aspekt in der Entscheidung, ob er verhandlungsbereit ist oder nicht.

Selbst wenn Ihr einen schlechten Tag hattet oder mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden seid, solltet ihr versuchen, immer nett und höflich zu sein. Ihr solltet dennoch nicht künstlich wirken und immer natürlich und locker wirken.

Es kann auch sehr hilfreich sein, wenn Ihr euch nicht extra für den Flohmarkt schick macht und euch teure Kleidung anzieht.
Das kommt vor allem bei älteren Verkäufern meist nicht gut an und wirkt auf diese nicht sehr sympathisch.

Ihr solltet lieber versuchen durch Fragen über das Produkt oder ein Kurzgespräch das Eis zu brechen. Meistens merkt man bei einem kleinen Gespräch auch schon, ob der Gegenüber verhandlungsbereit ist oder nicht.

 

Zu welcher Zeit kann man am Besten verhandeln?

Aus unseren Erfahrungen als Flohmarktgänger, können wir ganz klar sagen, dass die besten Zeiten zum Verhandeln direkt morgens oder kurz vor dem Abbau sind.

Zu den Stoßzeiten verhandeln die meisten Verkäufer meist recht wenig, da sie viele potentielle Kunden haben und sich nicht lange mit euch unterhalten können.
Ihr solltet allerdings auch nicht beim Aufbauen des Standes direkt neben den Verkäufern stehen und ihnen beim Aufbauen zuschauen. Das wirkt eher aufdringlich und nervt die meisten.

Den größten Preisnachlass erhält man jedoch immer kurz vor Ende des Marktes. Die Verkäufer möchten Ihr Zeug meistens nicht wieder mit nach Hause nehmen müssen und verkaufen lieber etwas billiger. Allerdings ist bis dahin meistens alles lohnenswerte schon vergriffen.

Wir empfehlen direkt früh morgens vor den Stoßzeiten auf den Flohmarkt zu gehen, da zu dieser Zeit die meisten guten Sachen noch vorhanden sind und die Verkäufer relativ wenig um die Ohren haben und sich leichter in Gespräche verwickeln lassen.

 

No Go´s beim Verhandeln

Es gibt auf jeden Fall Dinge, welche ihr unter keinen Umständen tun sollt, wenn Ihr vor habt mit einem Verkäufer zu verhandeln.

Eine Sache davon ist die direkte Recherche des Verkaufspreises am Stand. Es gibt keinen Verkäufer der euch seine Ware billiger geben wird, wenn Ihr unmittelbar neben ihm den Preis im Internet nachschaut und danach weiter verhandeln wollt.
begebt euch aus dem Sichtfeld des Verkäufers, damit er euch dabei nicht sehen kann.

Ein weiterer Punkt welcher vielen Verkäufern ganz und gar nicht gefällt ist das Bewerten der Qualität ihrer Produkte.
Wenn Ihr die Qualität oder den Zustand des Artikels als Grund für einen niedrigeren Kaufpreis nutzt, ist die Wahrscheinlichkeit dass der Verkäufer euren Vorschlag akzeptiert eher gering.

Solltet Ihr einen Deal eingetütet und abgeschlossenen haben, wäre es vorteilhaft, wenn Ich euch nicht vor dem Verkäufer sehr stark freut.
Das zeigt ihm, dass er den Artikel zu günstig verkauft hat.

Published On: 10. Januar 2021Categories: Tipps & Tricks